Dienstag 14.10.2014 – Tiere satt

Schlafen mit freundlicher Begleitung von Elefanten ist eigentlich keine ganz neue Erfahrung, aber auf dem Boden liegend trotzdem ganz schön schlafraubend – zumal mit Löwengeschrei als Hintergrundmusik. Die Elefantentruppe ging ihren Garten-Umgestaltungsplänen nach und wir mussten sie die ganze Nacht hindurch aus nächster Nähe beaufsichtigen.
Entsprechend zerknittert fahren wir um 5:30 Uhr ans Gate zum Nsefu-Sektor. Dieser Teil des NP – benannt nach dem einheimischen Namen für Eland Antilope – ist deutlich weniger besucht und noch ursprünglicher als der Zentralbereich. Sieht man mal von den Radfahrern ab, die auch hier unbeirrt von Dorf zu Dorf radeln. Am karthesischen Hot Spring ist nicht so sehr viel geboten: Warzenschweine, Zebras und ein paar Büffel machen sich gerade von dannen. Die Löwen beobachten uns sicher, sind aber nicht zu sehen. Wir fahren wieder zurück an den Luangwa wo wir Unmengen an Nilpferden und rießige Kroks sehen. Zu dieser Jahreszeit sammelt sich diese symbiotische Gemeinschaft in den wenigen verbleibenden tieferen Flußstellen. Warum symbiotisch: Fische mögen die Nilpferdexkremente und die Nilkrokodile die angelockten Fische!
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Auf der Rückfahrt schauen wir nochmals an der Hot Spring vorbei, wo jetzt deutlich mehr Tiere ans Wasser gehen als früh morgens. Trotz der vielversprechenden Anzahl an Geiern bleiben aber Löwen Fehlanzeige.
Nachmittags haben Markus und Uli Fahrpause: mit Masumba und John von Zikoma geht´s auf organisierten Gamedrive. Stilecht mit Nachmittagskaffee (und Kuchen) und Sundowner. Masumba erweist sich als echtes Herzele: er sieht ähnlich voluminös aus, wie es sein Name verspricht und hat ein ebensolches Gedächtnis für Tiere und alles mögliche Andere. Gutgelaunt gondeln wir auf der Tourischaukel vorbei an Hyänen, Elandantilopen (mit bis zu 800 kg schwerer als ein Büffel), Thornicroft-Giraffen (bemustert bis ans Knie und darunter weiß „besockt“) und natürlich Elis.
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Nach Seekopfadlern und weiteren geschätzten 500 Hippos – der Luangwa hat im NP mit 800 Tieren pro Kilometer die höchste Dichte – beginnt dann der Nightdrive. Zunächst eher behäbig startend mit den „small five“ (Rüsselmaus, Uhu, Schlange, Manguste und irgendeiner Kleinkatze), steigern wir uns über Stachelschweine bis hin zum jagenden Leopard! Abschluß und Höhepunkt bildet eine Löwin, ungefähr 100 m von unserem Zelt entfernt und direkt in Lauerposition am Flußufer.
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Danach noch ein Hühnchenschnitzel auf der Terasse und der Tag ist beinahe gelaufen. Noch ein Absacker und wir begeben uns todesmutig oder leicht betäubt – je nach Sichtweise – ins Nachtlager. Die Elis bleiben in dieser Nacht ausnahmsweise aus. Wie uns Masumba wissend erläutert liegt das daran, dass ein Löwe und ein Leopard unmittelbar um uns herum auf Jagd waren und alle anderen Tiere sich vorsicht verhalten. Klar. Hmpfff!

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