Dienstag, 21.10.2014 – Nacht der Geräusche

Heute fand die ultimative Nacht der Geräusche statt – und damit meine ich nicht die im Zeltinneren. Was genau wen, wann aus dem Schlaf schreckte, ist nicht mehr rekonstruierbar. Beim Autor waren es Kratzgeräusche auf der Vorzeltmatte. Am meisten beeindruckte uns alle aber das Imponiergehabe eines männliche Löwen. Erst in sicherer Distanz, das Gefühl vermittelnd, man wäre mitten in Afrika aber doch auf einem völlig sicheren Planeten, der für das Wildtier unerreichbar bleibt. Dann näher kommend und noch ein wenig später im Dolby Surround. Die Herzelein schlugen unisono deutlich höher, wobei alle mucksmäuschenstill blieben und sich niemand der stärkenden, gegenseitigen Wachheit versicherte. Dazwischen das gewöhnliche Hippogegrunze, Riesenvögel mit mechanischem Flügelschlag direkt am Zeltfirst und vieles mehr. Die Steigerung des ganzen zur ultimativen ‚Nacht der Geräusche‘ bestand in der Durchmischung des Löwengebrülls mit luftzerreisenden Schreien aus der Elefantenherde. Wir blieben liegen. Eine vorsichtige Entspannung setzte ein, als der Löwe gegen später an vermeintlich nur noch einer Stelle seinem Imponiergeschrei nachging. Wir zählten genau mit: 8 -10 beeindruckende ROOOAARRs, gefolgt von einem leicht heißer klingenden, abschwächendem, dreifachen RRRR, Rrrr, rrrr. Dann Ende. Wiedereinsetzen nach ca. 3 Minuten.
Da sich dies irgendwann nicht mehr änderte, auch nicht in der Platzierung, wurde es langweilig und wir schliefen – zumindest phasenweise. Als das Zirpen der Insekten einsetzte und kurz darauf vorsichtiges Gezwitscher, wussten wir: Wir haben überlebt.
Frohgemut und uns gegenseitig der absoluten Abgebrühtheit versichernd, machten wir Frühstück und falteten Macksons Zelt ein aller letztes Mal zusammen. Laura begrüßte uns mit italienischer Gelassenheit und wunderbarem Espresso, ehe wir auch diesen schönen Ort verliesen und über 180 km Feldweg Richtung Livingstone losfuhren. Der Kafue ist landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich, aufgrund der schieren Größe ist die Tierpopulation aber deutlich weniger dicht als zum Beispiel im South Luangwa. Die Fläche lässt es zu, dass die Tiere wandern und sich jahreszeitlich bedingt an verschiedenen Stellen aufhalten. Dadurch ist in der augenblicklichen Trockenheit der Süden fast tierfrei. Außer ein paar Kudus, Kuhantilopen und 5 Hornraben war nicht sichtbar unterwegs. Spaß macht es trotzdem und seien es nur die Wege, die Weite und die lustigen Locals am Dundumwezhi Gate, durch welches wir den Park endgültig verlassen.
UW8_4499
3 Stunden später schlagen wir in Livingstone auf und biegen in die Einfahrt der Maramba River Lodge ein. Auch hier ist Afrika: die Damen schauen einen mit dem durchaus netten Hintern nicht an, um dann auf Nachfrage mitzuteilen, die Buchung von Booking dot com sei nie angekommen. Wir bleiben gelassen und ziehen schließlich in die Safari Tents 9 und 10 ein. Anschließend die erwartet spaßige Übergabe der Autos an Mackson (die Zeremonie beanspruchte ca. 1,5 Stunden in denen sich Mackson einmal mehr als Trübtasse mit Schlaubergerattitüde gerierte) und dann ein kleines Vorglühen auf der Veranda. Schon waren wir fertig für das Abendessen mit einer weieren Annette. Die Umgebung ist der Hammer.
UW8_4514
Alles gut – Afrika ist schön. Gute Nacht.

Kommentare sind geschlossen.