Sonntag, 19.10.2014 – Kafue NP

Nach ausgiebigem Frühstück wechseln wir auf die Westseite des Kafue Flußes und fahren südlich. Der Park ist deutlich größer und weniger besucht als der South Luangwa NP, was man am Zustand der Infrastruktur ablesen kann. Schilder gibt´s keine, auf dieser Seite auch kein Parkgate und so hoppeln wir kostenfrei weiter bis an die neue Spinal Road. Auf der kommen wir vergleichsweise gut voran und erreichen die Hippo Campsite am Itezhi Tezhi Damm kurz vor 13:00. Ein wunderschöner abgelegener Platz, der ca. 1 km von der Komkamoya Lodge entfernt ist, die uns Masumba empfahl. Würde man es nicht hören, man säheesan jeder Ecke: DieLodge wird von Andrea und seiner Frau Laura geführt. Damit ist italienischer Stil selbst in Sambia garantiert. Vom zentralen Haus der Lodge hat man einen freien Blick auf Grasflächen und See, nebst kühlem Bier und Internet Anschluß. Auch der kleinste Curio-Shop, den wir je gesehen haben gibt es hier und so bleiben wir noch lange und verabreden einen Gamedrive für den folgenden Tag.
UW8_4261
UW8_4382
Am See finden wir auf einer kleinen Anhöhe einen Platz mit Locals, die hier der Fischerei nachgehen und in einem provisorischen Dorf leben. Da wird einem Ansatzweise bewusst, welche Gegensätze hier so aufeinanderprallen. Auf der einen Seite die Chinesen, die längst die wirtschaftlichen Oberhand im Land haben und neben sämtlichen Kupferminen auch das Wasserkraftwerk am Damm betreiben. Das hat hier insofern seine Bedeutung, als dass die Chinesen ihre eigene Politik machen und das Wasser stauen oder Ablassen wie es ihnen passt. Davon sind nicht nur die bettelarmen Sambier betroffen, sondern auch der Lodgebesitzer, der deshalb schon im lokalen Büro der UN in Lusaka war. Aber auch das ist natürlich an grassem Gegensatz fast nicht zu übertreffen: in der Lodge von Andrea übernachtet man für 365,- € pro Nacht und Kopf, was nicht weit entfernt ist vom Jahreseinkommen der Locals! ‚That is Africa‘ und darauf lässt man sich ein, wenn man hier reist. Wir erleben das nicht immer unmittelbar auf Augenhöhe, aber zumindest deutlich intensiver als die exklusiven Pauschalurlauber, die von einem Nationalpark in den nächsten fliegen.
UW8_4319
Noch ein Wort zu Flora und Fauna: es ist wie beschrieben – kilometer ohne irgendwas und dann wieder größere Herden. Vor allem auffallend viele Kudus. Die Landschaft ist viel spannender als erwartet. Sehr hügelig mit massiven Granitplatten und –hubeln, durchzogen von vielen Flüßen, die natürlich momentan trocken sind. Die Wälder sind sehr schön und beherbergen unter anderem rießige Wolfmilchsgewächse und gelegentlich auch Baobabs.
Ach ja: am abendlichen Lagerfeuer wird die beste Rinderlende aller Zeiten gegrillt und dazu romantische Abenteuerbilder geschossen. Seht selbst:
UW8_4324

UW8_4326

UW8_4349

UW8_4355

Kommentare sind geschlossen.